Gedichte

Dreierlei aus dem modernen Arbeitsleben

Wir sind schon erledigt, egal was wir tun

Wir könnten uns alle beim Chef beklagen

Wir könnten auch resignieren, je nun...

Wir könnten alles der Zeitung sagen

 

Wir könnten uns alle beim Chef beklagen

Wir könnten brennen und Bomben werfen

Wir könnten es endlich der Zeitung sagen

Wir könnten die ganze Welt damit nerven

 

Wir könnten brennen und Bomben werfen

Wir könnten dämlich sein mit den Schafen

Wir könnten die ganze Welt damit nerven

Wir könnten mal eine Nacht drüber schlafen

 

Wir könnten dämlich sein mit den Schafen

Wir sind doch erledigt, egal was wir tun

Wir könnten mal eine Nacht drüber schlafen

Wir könnten auch resignieren, je nun ...

*

Sie laden die Gewehre. Wir werden füsiliert.

Noch lächeln sie und sagen: Hoch der Zusammenhalt!

Und Füsilieren? Nimmer! Man sei zivilisiert.

Dann machen sie uns leise in Hinterzimmern kalt....

 

Noch lächeln sie und sagen: Hoch der Zusammenhalt!

Loyale Mitarbeiter,  kommt knechten ohne Klag’

Dann machen wir euch leise in Hinterzimmern kalt...

Wir machen euch schon fertig, ein Stück mehr jeden Tag!

 

Loyale Mitarbeiter, kommt knechten ohne Klag’

Sie träufeln Gift. Sie mobben. Sie kriegen uns bald klein

Sie machen uns schon fertig, ein Stück mehr jeden Tag!

Und wir: Wir wissen alles. Doch wir sind sehr allein.

 

Sie träufeln Gift. Sie mobben. Sie kriegen uns bald klein

Sie laden die Gewehre. Bald sind wir füsiliert.

Ach ja, wir wissen all das. Und wir sind sehr allein.

Doch wir bewahren Haltung. Wir sind zivilisiert.

*

Man sagt, ein Anfang wohnt im Ende.

Man hat es hinter sich gebracht.

Wer das sagt, steckt nicht mehr im Sumpfgelände.

Wer das sagt, der hat Morgen nach der Nacht.

 

Man hat es hinter sich gebracht.

Man zählt die Narben auf der Haut.

Wer das sagt, der hat Morgen nach der Nacht.

Der schaut nach vorn, wo eine Zukunft blaut.

 

Man zählt die Narben auf der Haut.

Man prüft den Sitz von Knochen und Gelenk.

Man schaut nach vorn, wo ferne Zukunft blaut.

Man weiß: alles was jetzt kommt, ist Geschenk.

 

Man prüft den Sitz von Knochen und Gelenk.

Es stimmt: ein Anfang liegt im Ende.

Und alles, was jetzt kommt, ist ein Geschenk.

Wer das sagt, steckt nicht mehr im Sumpfgelände.