Gedichte

Sonett von den Lebensmüden und den anderen

Wie Steine deine Augen in dich sinken
sie tauchen ein in namenlose Meere
wo niemand Wohnung hat. Nur stille Leere.
Du lässt die Hände los. Du willst ertrinken.

An Land sind wir, die Andern. Voll des Lebens,
mit Tagen, die in stolzem Gleichschritt gehen,
mit Stunden, die voll Ungeduld vergehen
und nicht versteh\'n, was dir erscheint vergebens.

Wenn aber unsre Augen deine finden
wenn unsre Münder deinen kalten küssen
und unsre Arme deinen Leib umschlingen

dann kehren wir gemeinsam aus dem Blinden
ins Sehende zurück, obgleich wir wissen:
der Pfad ist schmal – es wird uns kaum gelingen.